Leinenführigkeit und Problembewältigung

Leinenführigkeit und Problembewältigung

Leinenführigkeit ist bei vielen Hundebesitzern ein großes Problem. Der Hund zieht an der Leiner, zeigt Leinenaggression, bällt alles an, was sich bewegt.
Hierfür kann es mehrere Ursachen geben.
Wichtig ist jedoch, dass man eine Hundeschule besucht, die einem bei seinem Problem helfen kann.

Leo’s „großes Problem“ war die Leinenaggression. Vorbeilaufende Hund wurden laut und aggressiv angebellt. Oft hatte ich meine Mühe meinen Hund zu halten. Andere Hundebesitzer meideten mich.
Das Spazieren gehen wurde für mich immer schwieriger. Ich hatte Angst anderen Hunde zu begegnen und spannte mich an, sobald ich von weiten einen Hund erblickte.

In der ersten Woche in der ich Leo besaß ging ich mit ihm in die Hundeschule.
Ab sofort ging ich regelmäßig und die Trainer lernen Leo immer besser kennen.
Die Hundeschule machte mir klar, dass das Verhalten von Leo einen ausschlaggebenden Grund hatte und der Fehler nicht unbedingt bei Leo lag, sondern bei mir.
Ich gab meinem Hund nicht das Gefühl, der Rudelführer zu sein und die Situation unter Kontrolle zu haben. Durch Leo’s Unsicherheit benötigt er aber jemand, der ihm diese Unsicherheit nimmt, indem er ein „Führer“ für Leo ist.
Leo hatte nicht das Gefühl, dass ich die Situation im Griff habe und übernahm selbst das Kommando. Aus Angst bellte er lieber und „ging nach vorne“, damit ihm auch bloß keiner zu Nahe trat.

In der Hundeschule lerne ich, wie ich die Führungsrolle übernahm und Leo zeigte, dass ich jede Situation unter Kontrolle habe.
Hierzu gehörte unter anderem meine eigene Körpersprache.
Meine Haltung muss aufrecht und selbstbewusst erscheinen. Ein Hund spürt Unsicherheit sofort und in diesem Falle fühlte sich Leo in seiner eigene Unsicherheit nur bestätigt. Ich selbst musste ruhiger und selbst bewusster werden.
Außerdem lerne ich, wie ich Leo in die Schranken wies, wenn er einmal meinte, die Führung zu übernehmen.
Hierzu rempele ich ihm in die Seite, sodass er merkt, dass ich auch an der Leine hänge und ich ihm nicht gestatte, die Situation zu übernehmen.
Die Technik klingt vielleicht im ersten Moment „gewalttätig“, ist sie aber keineswegs.
In einem Rudel gehen ranghöhere Tiere und Rudelführer auch nicht zärtlich miteinander um. Dem untergeordneten Tier muss klar gemacht werden, dass es eine Grenze überschreitet.
Den größten Fehler den man als Hundehalter machen kann, ist seinen Hund zu vermenschlichen. Leider tun wir das jeden Tag und in den unterschiedlichsten Situationen.
Abgesehen davon tut meinem Hund ein Schubs von der Seite nicht weh.
Bitte nicht falsch Verstehen. Eine aggressive und gewalttätige Erziehung wird sowohl von meiner Hundeschule als auch von mir selbst strickt abgelehnt.
Der Hund soll nicht aus Angst vor der Konsequenz folgen, sondern weil er es immer mit etwas positiven verknüpft und mit vertraut.

Mittlerweile haben wir die Leinenaggression gut im Griff. Leo zieht nicht mehr an der Leine, geht auch nicht bellend auf andere Hunde los.
Klar gibt es hier und da mal einen Hund, der ihm nicht passt. Aber es ist schon viel besser geworden und ich muss mir keine Sorgen mehr machen, dass er aggressives Verhalten an der Leine zeigt.

An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich bei meiner Hundeschule und den tollen Trainern bedanken, die individuell auf Leo eingegangen sind und mir gezeigt haben, wie ich meinen Hund ruhig und sicher an der Leine führen kann. Ohne eine professionelle Hundeschule wäre das Spazieren gehen heute nicht so entspannt.

Leinenführigkeit kann und sollte auch durch das erlernen von Blickkontakt stattfinden.
Hierbei nehme ich den Hund an eine Leine mit Bauchgurt (ähnlich wie er beim joggen mit Hund verwendet wird). Diesen schnalle ich mir um. Ich laufe in einer aufrechten Haltung also quer durch die Gegend und wechsele unerwartet und zügig und auch recht schnell die Laufrichtung. Der Hund muss hierbei genau darauf achten, wohin ich laufe, damit er nicht durch einen Ruck an der Leine hinterher gezogen wird. Jetzt beginnt der Hund auf mich zu schauen. Bei jedem noch so kleinen Blickkontakt mit mir belohne ich den Hund sofort.
Wichtig: Die Belohnung muss sofort erfolgen.
So verknüpft der Hund zuerst einmal den Blickkontakt mit mir mit einer Belohnung.
Dieses Training habe ich auch zu Hause, außerhalb der Hundeschule, geübt.
Heute habe ich einen Hund, der meistens darauf achtet, wohin ich gehe.
Ich führe die Leine dabei immer hinter mir herum und halte sie mit der rechten Hand vorne in Höhe meines Bauches fest.
Leo läuft links von mir. Sobald der Blickkontakt erfolgt belohne ich Leo sofort.
Ist er mal unaufmerksam, mache ich ihn mit einem kleiner Schubser in die Seite wieder auf mich aufmerksam.

Es gibt viele Methoden, seinen Hund an die Leine zu gewöhnen und ihn „leinenführig“ zu machen.
Die Methode, welche ich in der Hundeschule erlernt habe, sehe ich als richtig und effektiv.
Jeder sollte sich eine Hundeschule seines Vertrauens suchen. Schlechtes Benehmen an der Leine kann sich schnell von einem kleinen Problem zu einem großen Problem entwickeln.

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